Der Humorist Otto Reutter wurde am 24. April 1870 in Gardelegen geboren. Heute wird der runde 145. gefeiert. Vor einem Monat besuchte mich dazu Daniela Wakonigg. Nun ist die harte, fast zweistündige Befragung in einem 5min Ergebnis fest gemeiselt. Und wurde heute morgen um 9:40 Uhr in WDR2 in der Reihe „Stichtag“ gesendet.

Nachhören oder als Podcast laden kann man es hier.

Reutter war übrigens ein Geburtstagsmuffel – ausser seinen 60. – da soll er sogar die Kränze selber bestellt haben.

Wenn die Leut‘ Geburtstag haben,
freu’n Sie sich gewöhnlich sehr.
Mir hingegen, mir missfall’n die
Wiegenfeste immer mehr.
Wenn ich ein Jahr jünger würde,
allerdings – dann freut‘ ich mich –
übers Alter sich zu freuen,
Ist ja einfach lächerlich!

Und wer immer noch mehr lesen und hören will besucht bitte meine Seite www.otto-reutter.de

 

Peter Gaffert, neuer und alter OBM von Wernigerode feiert. Er feiert ein klares Ergebnis. Denn er wurde mit 67% der Wählerstimmen im Amt bestätigt. Man möchte in Loriot Manier ausrufen „Ach was !“ Leider finde ich seine Worte sehr unehrlich. Kein Wort zu den fehlenden Kandidaten der CDU und Linke. Sie ermöglichten diese Wahlsieg. Kein Wort zur Wahlbeteiligung mit 38,5 % – so wenig, wie noch nie. In den Wahlbezirken Stadtfeld und Harzblick waren es sogar nur etwas über 23%. 3/4 der Wahlberechtigten scheinen dort diese Wahl als absolut sinnlos zu betrachten. Und in absoluten Stimmen hat Peter Gaffert sogar weniger Gesamtstimmen bekommen als 2008. Nur die geringe Wahlbeteiligung verhalf zu höheren Prozenten. Kein Grund zum Jubeln. Und auch ein Grund für Linke und CDU sich zu schämen. Solche Art von Wahlen verkommen zu einem Kasperletheater!

Wernigerode hat zur Wahl am 12.4.2015 aufgerufen. Gewählt wird der Oberbürgermeister, wie alle 6 Jahre.

Schaut man sich die bisherigen 3 Wahlen (1994, 2001, 2008) an, so sieht man, das immer weniger Kandidaten aufgestellt wurden. Die Wahlbeteiligung war bei den beiden letzten Wahlen um die 46% – nicht gerade ein Freudenfest.  Die jetzige Wahl 2015 könnte jedoch einen Tiefpunkt darstellen.  Es stellen sich zwar wieder 3 Kandidaten, jedoch der parteilose OBM Peter Gaffert hat realistisch keine Konkurrenz. Gaffert wird von der SPD getragen, welche im Stadtrat als zweitstärkste Partei mit 11 Stimmen (26,68%) sitzt. Zudem hat er den Amtsinhaberbonus. Skandalös für mich, das weder die stärkste Partei im Stadtrat (13 Sitze) CDU, noch die Linke (8 Sitze) einen eigenen Kandidaten aufstellt. Alle wollen anscheinend Peter Gaffert wieder. Alle? Nein, ein kleines Dorf  eine kleine Gruppe politisch aktiver Widerständler möchte wohl eher ein Zeichen setzen. Dies sind Sabine Wetzel für die Grünen und Michael Miede für die Piraten.

Ich bin vom Mut und demokratischen Grundverständnis dieser beiden Bewerber beeindruckt.

Heute habe ich den, leider kaum reflektierten, Wahlstand von Michael Miede

www.michael-miede.de

auf dem Wernigeröder Nicolaiplatz besucht. Im Stadtrat von Wernigerode sitzt Denis Mau für die Piraten. Auch dieser war anwesend. Wie sich herausstellte,  machen beide anscheinend einen 2-Mann-Wahlkampf. Mit hängen und abhängen der Wahlplakate inklusive. Er präsentierte sich als sympathischer Bewerber, sicher mit weniger Kompetenzen als der jetzige OBM, wie er kein gewachsener Ureinwohner! Ich denke, das Michael Miede der Bewerber ist, der am nächsten an den jüngeren Wählern ist. Kämpft er z.B. für ein Jugendparlament und will unbedingte Transparenz im Rathaus.

Mein Sohn kann jetzt erstmals wählen. Ich hoffe, das er es tut. Mit Überlegung wäre toll. Armdickes Internet kann Michael Miede nicht herzaubern. Er hat es aber nicht verpasst, wie Herr Gaffert. Schnelles Internet, das zentralste Thema meines Sohnes, Michael Miede will es auch.

Ich werde mir am Sonnabend alle drei Bewerber auf dem Markt noch einmal ansehen. Vielleicht mit Sohn (es ist schwierig). Und ihm klarmachen, das nicht ganz Gallien Wernigerode nur einen Kandidaten hat und seine Stimme zählt. Los Jugend, seit doch mal wild….

Joachim Ringelnatz und Ostern

Rätselhaftes Ostermärchen

(Nur mit Ei und Eier aufzulösen.)

Der FrackverlOher HOnrich OstermOO kehrte am ersten OsterfOOtage sehr betrunken hOm. SOne Frau, One wohlbelObte, klOne Dame, betrieb in der KlOststraße Onen OOhandel. Sie empfing HOnrich mit den Worten: „O O, mOn Lieber!“ DabO drohte sie ihm lächelnd mit dem Finger. Herr OstermOO sagte: „Ich schwöre Onen hOligen Od, daß ich nur ganz lOcht angehOtert bin. Ich war bO Oner WOhnachtsfOO des VerOns FrOgOstiger FrackverlOher. Dort hat Ones der Mitglieder anläßlich der Konfirmation sOner Tochter One Maibowle spendiert, und da habe ich denn sehr viel RhOnwOn auf das Wohl des verehrten JubelgrOses trinken müssen, wOl man ja nicht alle Tage zwOund-neunzig Jahre alt wird.“ Frau OstermOO schenkte diesen Beteuerungen kOnen Glauben, sondern sagte nochmals: „O O, mOn Lieber!“ Worauf ihr PapagO die ersten zwO Worte „O O“ wohl drOßigmal laut wiederholte. Über das GeschrO des PapagOs geriet HOnrich in solche Wut, daß er On BOl ergriff und sämtliche OOOO zerschlug. Frau OstermOO wurde krOdeblOch und lief, triefend von Ogelb zur PolizO. Ihr Mann aber ließ sich erschöpft auf Onen Stuhl nieder und wOnte lOse vor sich hin. Bis ihm der PapagO von oben herab On OsterO in den Schoß warf. Da war alles vorbO.

1. Nachtrag:

Osterhase

Und der Osterhase legt
(Bald sehr eitel, bald bewegt)
Rührei oder Spiegelei.
Schauerlich stöhnt er dabei.

Kinder-Verwirr-Buch_osterhase

Beide aus dem Buch: Kinder-Verwirr-Buch, erschienen 1931 (ein verwirrendes Buch)

2. Nachtrag

Ostern

von Joachim Ringelnatz (1883 – 1934)

Wenn die Schokolade keimt,
Wenn nach langem Druck bei Dichterlingen
„Glockenklingen“ sich auf „Lenzesschwingen“
Endlich reimt
Und der Osterhase hinten auch schon preßt,
Dann kommt bald das Osterfest.

Und wenn wirklich dann mit Glockenklingen
Ostern naht auf Lenzesschwingen, – – –
Dann mit jenen Dichterlingen
Und mit deren jugendlichen Bräuten
Draußen schwelgen mit berauschten Händen – – –
Ach, das denk ich mir entsetzlich,
Außerdem – unter Umständen –
Ungesetzlich.

Aber morgens auf dem Frühstückstische
Fünf, sechs, sieben flaumweich gelbe, frische
Eier. Und dann ganz hineingekniet!
Ha! Da spürt man, wie die Frühlingswärme
Durch geheime Gänge und Gedärme
In die Zukunft zieht
Und wie dankbar wir für solchen Segen
Sein müssen.

Ach, ich könnte alle Hennen küssen,
Die so langgezogene Kugeln legen.

So vermeldet die Volksstimme

Na bitte, da kann ja Ostern kommen.

2008 konnte man in Wernigerode spontan zu Ostern rodeln gehen und andere Schneespiele veranstalten.

Schneemann

Auch 2013 sah gut aus. Hier eine Installation aus der Kinderkrippe der Tochter.

Ostern 2013

Vielleicht haben wir großes Glück.

 

Die bestreikten Kindergärten boten heute ein recht übersichtliches Bild. Alle Einrichtung, ausser einer, hatten Informationen zum Streik und wo das Streiklokal wäre. Alle ausser einer….

In Silstedt, einem Dorf vor Wernigerode, war im im Hotel „Blocksberg“ das Streiklokal. Als ich heute dort vorbei gefahren bin, fand ich am Hotel zwei Plakate. Ein großes, das mit „durchgehend warmer Küche bis 19 Uhr “ warb und ein kleines an der Eingangstür mit der Aufschrift „Streiklokal“. Streikende waren keine zusehen, nur viele Autos. Irgendwie stelle ich mir einen Arbeitskampf anders vor und nicht mit so einem Betriebsausflugscharakter. Die Eltern haben anscheinend auch nur die Faust in der Hosentasche geballt. Ob sich das bei weiteren Arbeitskämpfen ändert? Irgendetwas muss man #aufwerten

 

Als schöner Nachtrag zum 1. April heute der humorige Zettel am Hummelhaus. Auch wer nicht will, wird mit ins Boot geholt.

Streik-Hummelhaus

Die Gewerkschaft Verdi hatte es 2014 schon angekündigt, ein ehrgeiziges Ziel 10% Lohnerhöhung, andere Tätigkeitseinstufung

Nun wird der Arbeitskampf am 1. April. 2015 (und das ist kein Scherz)  in Wernigerode mit einem Streik ausgetragen. Verdi hat zu diesem Arbeitskampf eine eigene Seite (Meldung: installieren sie Flash 10)  http://www.soziale-berufe-aufwerten.de/ auf der man jedoch keine konkreten Infos zu Streiks erhält. Auch bei Nachfrage am Montag konnte eine verantwortliche Frau Flachshaar von Verdi mir leider keine konkreten Angaben zu den betroffenen Einrichtungen machen. Soll ich das glauben, ein zeitgleicher Streik in Wernigerode und Halle und keinerlei Infos im Vorfeld? Nichts auf den Verdi-Seiten?

In den Kitas sollten ab Freitag (laut Verdi) schon Infos für die Eltern ausgegeben worden sein. Ich hatte keine. Und erstaunlicherweise schliessen nicht alle Einrichtungen. Eine Begründung gab es auch dafür nicht. Frau Fietz vom Jugendamt Wernigerode gab an, das über 700 Kinder betroffen sind. Und das muss die örtliche Zeitung erst beim Jugendamt erfragen, welche ja für die Situation nicht verantwortlich ist, sie nun aber irgendwie managen muss?

In der Realität wurde in den Kitas (aus verschiedenen Gründen) ganz unterschiedlich informiert. Einige boten Notlösungen an oder streiken nur teilweise. Die Kita meines Kindes ist die Hardcore-Variante, man macht alles zu. Verdi lies ein laues Faltblatt verteilen, das den zynischen Eltern-Tipp enthielt, die einfachste Lösung wäre, doch einfach Urlaub zu machen. Aha! Kurz vor Ostern soll man Dienstag den Arbeitgeber informieren, das man morgen, Mittwoch, Urlaub hat. Über die konkreten Streikziele erfahre ich zunächst nichts, man will mehr Geld ($). Nachdem ich mich ein wenig belesen habe, kann ich den Nebel leider nur etwas lüften. 1991 wurden Erzieher für Kitas eingestuft. Das Tätigkeitsfeld hat sich angeblich erheblich vergrößert. Eine erneuerte Einstufung wurde bisher von den Arbeitgebern abgelehnt. Mein revolutionäres Erbe in Form meiner sozialistischen Schulbildung ruft hier auch aus: Genau! Arbeitskampf! Zeigt es den Ausbeutern! Aber halt.  Sollte man nicht auch das Umfeld betrachten? Bekommen Angestellte nicht schon automatische Lohnanpassungen? Was bedeuteten real in € unterbezahlt?  Was kam den seit 1991 mehr dazu? Mir fehlt bei diesem Arbeitskampf da so einiges:

  • eine genaue Erklärung des Streikzieles, mit Belegen, was 1991 eingestuft wurde und was als Mehrbelastung dazu kam
  • dieses bitte zeitlich in einem weitem Rahmen, Eltern können sich vielleicht damit durchaus solidarisieren (Unterschriftlisten etc.) und damit einen Streik, als wirklich letztes Mittel, abwenden
  • die Erzieher sollten sich bewusst sein, das am Ende eine Lohnerhöhung die Eltern mit bezahlen, diese auf die Tarifverhandlungen jedoch keinen Einfluss haben
  • … und vor allem Kommunikation, Kommunikation, Kommunikation, Verständnis und
  • Transparenz

An Verdi und GEW – ihr instrumentalisiert Kinder. Haltet die Kinder raus!

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